Private Abrechnung der Fissurenversiegelung

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  • GOZ-Abrechnungstipps

Gesunde Zähne von Beginn an – diese Devise haben sich Eltern bereits seit vielen Jahren auf die Fahne geschrieben. Seit Langem gehen die Zahlen von kariesbefallenen Zähnen bei Kindern zurück. Regelmäßige Zahnarztbesuche und Versiegelungen der Backenzähne sind die Basis dieser positiven Entwicklung.

Das Risiko, dass Molaren gleich nach dem Durchbruch an Fissurenkaries erkranken, ist am höchsten. Denn das Reinigen der Grübchen und Fissuren ist besonders schwierig. Um an diesen Stellen die Entstehung der Karies zu verhindern, empfehlen inzwischen immer mehr Zahnärzte eine Fissurenversiegelung. Nur bei einer optimalen Mundhygiene kann darauf verzichtet werden. Je schlechter aber ein Kind seine Zähne putzt, desto wichtiger ist diese.

 

Für das Verschließen der Grübchen kommen als Material aushärtende Kunststoffe zum Einsatz. Diese werden mit einer Gebühr nach GOZ 2000 (Versiegelung von kariesfreien Zahnfissuren mit aushärtenden Kunststoffen, auch Glattflächenversiegelung, je Zahn) abgegolten. Auch, wenn mehrere Fissuren versiegelt werden, ist die Berechnung pro Zahn nur einmal möglich.

 

Wird hingegen neben der Fissur zusätzlich eine Glattfläche (z. B. Bracketumfeld oder Wurzeloberfläche) versiegelt, ist die Gebührennummer GOZ 2000 auch zweimal ansatzfähig. Der Grund sind schlichtweg die unterschiedlichen Maßnahmen.

 

Im Vorfeld einer jeden Versiegelung sollten allerdings die Oberflächen sorgfältig gereinigt und von Biofilm befreit werden. Die Säuberung der Zähne wird mit den GOZ-Ziffern 4050/4055 für die Entfernung der Beläge am ein- oder mehrwurzeligen Zahn oder für die Professionelle Zahnreinigung (GOZ 1040) berechnet. Die PZR umfasst neben der Entfernung des Biofilms und der Politur aller zugänglichen Oberflächen auch die gründliche Reinigung der Zahnzwischenräume.

 

Nur die relative Trockenlegung der Zähne ist mit der Gebühr aus der GOZ-Ziffer 2000 abgegolten. Wird zusätzlich Kofferdam für die absolute Trockenlegung des Behandlungsgebietes benötigt, kann je Kieferhälfte die GOZ 2040 berechnet werden. Allerdings ist flüssiger Kofferdam nicht in der Leistung nach GOZ-Ziffer 2040 enthalten. Wird dieser verwendet, darf nach dem analogen Ansatz gem. § 6 Abs. 1 GOZ abgerechnet werden.

 

Sind die Fissuren nicht vollständig kariesfrei und die kariöse Läsion muss vorher entfernt werden, ist eine erweiterte Fissurenversiegelung nötig. Diese minimalinvasive Behandlung wird nach GOZ 2050 oder 2060 berechnet. Die GOZ-Nummern 2000 und 2050 können also nebeneinander an einem Zahn angesetzt werden, wenn ein Teil der Fissur mit einer Füllung versehen und die restlichen Fissuren mit Versiegelungsmaterial aufgefüllt werden. Grundsätzlich empfiehlt es sich, dies detailliert in der Patientenkartei zu dokumentieren und auf der Rechnung kurz zu begründen.

Judith Müller, GOZ-Beraterin für Büdingen Dent