Materialkosten korrekt berechnen - Sind Ihre Materialpreise noch auf dem aktuellen Stand?

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  • Wirtschaftlichkeitstipps

Ein erheblicher Kostenfaktor in der zahnärztlichen Praxis sind die alltäglich anfallenden Materialkosten. Oftmals verschenken Praxisinhaber bares Geld, da sie keine aktuellen Materialpreise verwenden.

Im Zusammenhang mit zahnärztlichen Leistungen dürfen Materialkosten nur dann berechnet werden, wenn dies bei der Leistungsbeschreibung der GOZ-Ziffer ausdrücklich zugelassen oder in den allgemeinen Bestimmungen aufgeführt ist. Viele Materialien sind daher gemäß GOZ § 4 Abs. 3 bereits mit den entsprechenden Gebührenziffern abgegolten.

Die Höhe dieser Kosten müssen vom Behandler entsprechend der Beschaffungskosten, sowie des individuellen Verbrauchs beim Patienten ermittelt werden. Lagerhaltungskosten dürfen gemäß § 4 Abs. 3 GOZ nicht mit angesetzt werden. Um Verluste für die Praxis zu vermeiden, sollten die Preise mindestens einmal im Jahr kontrolliert und aktualisiert werden.

Auslagen für zahntechnische Leistungen sind dem Patienten gemäß § 9 GOZ gesondert in Rechnung zu stellen. Bei der Erbringung von Leistungen aus der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), gibt der § 10 vor, welche Auslagen berechnet werden können.

Viele einmalverwendbare Operationsmaterialien sind durch die Zuschläge für bestimmte zahnärztlich-chirurgische Leistungen (GOZ 0500 – 0530) abgegolten. Dies betrifft zum Beispiel: Isotonische Kochsalzlösung, Mundschutz, OP-Kittel und –Hauben, Handschuhe, Einmalsauger, Kanülen, OP-Sets etc.

Ferner können einmal verwendbare Implantations- sowie Explantationsfräsen, einmal verwendbare Nickel-Titan-Instrumente zur Wurzelkanalaufbereitung, konfektionierte Stifte und die einmal verwendbaren Knochenkollektoren- und Schaber berechnet werden. Auch Anästhetika, Materialien zur Förderung der Blutgerinnung, Knochenersatzmaterial, Membranen und vieles mehr dürfen dem Patienten in Rechnung gestellt werden.

Bei der Verwendung von sehr teuren Materialien hat das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 27. Mai 2004 bezüglich der Überschreitung der Zumutbarkeitsgrenze weiterhin Bestand. Werden die Gebühren des 2,3 fachen Satzes zu 75% durch das verwendete Material aufgezehrt oder sind die Materialkosten höher als die Gebühren im 1,0 fachen Satz, ist eine gesonderte Berechnung möglich. Zudem besteht die Möglichkeit für GOZ-Leistungen, in denen besonders kostenintensive Materialien oder Instrumente zum Einsatz kommen, im Vorfeld der Behandlung eine Honorarvereinbarung gem. § 2 Abs. 1 und 2 GOZ zu treffen.

Fazit:

Die regelmäßige Preiskontrolle aller berechnungsfähigen Materialien und Einmalinstrumente, schützt die Praxis vor Verlusten. Dafür ist sicherlich ein gewisser Aufwand nötig, der sich jedoch in jedem Fall positiv auf die Praxiskosten auswirkt. Die gründliche Dokumentation der Kalkulation, macht die Auslagen transparent.

 

Autorin: Judith Müller, GOZ-Beraterin für Büdingen Dent